Paternoster Volunteer Project

„Kein Kind in Paternoster sollte jemals ohne Traum sein“
(Leitgedanke des „Paternoster Peoples` Partnership“- Komitees)

Die Kinder in Paternoster träumen davon Fischer zu werden, so wie ihre Urgroßväter, Großväter und Väter. Aber die Fischfangquoten schrumpfen an der Südafrikanischen Westküste schrumpfen und somit auch die Möglichkeit der Kinder, in die Fußstapfen ihrer Vorfahren zu treten.

Wovon sollen die Kinder jetzt träumen?

Die Aufgabe der Stiftung

Unsere Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, auch in weniger privilegierten Regionen der Welt wie Südafrika Kindern unabhängig von ihrer sozialen und ökonomischen Herkunft Gestaltungsmöglichkeiten für ihr Leben aufzuzeigen. Wir wollen den Kindern Entwicklungschancen bieten und eine nachhaltige Grundlage schaffen, die es ihnen ermöglicht, dort zu leben und zu arbeiten, wo sie geboren sin - in ihrer Heimat.

Das Konzept, das wir für Paternoster entwickelt haben, möchten wir auch anderen Schulen mit vergleichbaren Voraussetzungen in Südafrika zur Orientierung zur Verfügung stellen. 

Die Lebensumstände

Circa die Hälfte der Kinder in Paternoster wachsen nur mit der Mutter auf. Einige Mütter wurden zu früh schwanger und versuchen Alltagsprobleme mit Drogen und Alkohol zu lösen. Als Resultat kommen viele Kinder mit dem FA-Syndrom (Fetales Alkoholsyndrom) zur Welt.

In der St. Augustine`s Primary School kommen alle Kinder zusammen, ob völlig gesund, HIV-positive, mit Verhaltensstörungen oder Lernbehinderungen. Auch wenn die Kinder den Leistungsanspruch nicht erfüllen, werden sie in die nächste Klassenstufe versetzt. So entstehen leistungsheterogene Klassen, in denen das Unterrichten und das Lernen erschwert ist. Die Lehrer kämpfen einerseits mit Disziplinproblemen andererseits mit Mathe- und Leseschwächen bis hin zum Analphabetismus.

Eine Förderung durch das Elternhaus ist nicht zu erwarten. Das Einbringen des Lebensunterhaltes steht im Vordergrund. Die Kinder verbringen die meiste Zeit auf der Straße. Oft dealen sie, um das Einkommen der Familie zu sichern. 

Unser Konzept

Seit Oktober 2016 implementieren wir Schritt für Schritt ein Nachmittagsprogramm, das sich an die 200 6- bis 13jährigen der St. Augustine´s Primary School richtet.

Unser Ziel ist es zum einen, so viele Kinder wie nötig am Nachmittag zu betreuen. Zum anderen wollen wir ein Angebot zu schaffen, dass neben der obligatorischen Hausaufgabenbetreuung Inhalte bietet, die altersgerechte Lebenskompetenzen und Fertigkeiten vermittelt.

In kleinen Arbeitsgemeinschaften lernen die Kinder unter anderem Schach zu spielen, eine Schulzeitschrift zu erstellen oder Lego-Roboter zu programmieren.

Das Musical

In den ersten vier Monaten unserer Arbeit an der Grundschule in Paternoster konzentrierte sich das Nachmittagsprogramm auf die Vermittlung von Kompetenzen im Bereich Gesang, Tanz, Theater und der englischen Sprache. Die Arbeit der verschiedenen Arbeitsgemeinschaften mündete in der Aufführung des Kindermusicals „Das Vierfarbenland“. 150 Schulkinder, also fast die ganze Schule, wirkten an dem Gemeinschaftsprojekt mit. Auf der kleinen Bühne der Gemeindehalle in Paternoster und präsentierten sich die Kinder ihren Familien und Freunden voller Selbstbewusstsein. Gezielt wurden während der Arbeiten an dem Musical die Talente der Kinder gefördert und die Kinder sind an ihren Aufgaben gewachsen.

Ein Projekt, von dem nicht nur die Kinder, sondern das ganze Dorf profitierte.

Zusammenarbeit mit Hochschulen

Die Umsetzung eines Programms zur Lebenskompetenzvermittlung ist nur unter Einsatz von qualifizierten, engagierten und aufgeschlossenen Volontären möglich.

Deshalb ist ein Grundpfeiler unseres Konzeptes, Studenten zu vermitteln, die sich in einer pädagogischen Ausbildung befinden, eine solche gerade abgeschlossen haben oder ein Studium für Sozialwesen absolvieren.

Gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule in Weingarten und der Dualen Hochschule in Stuttgart wählen wir mit Bedacht junge Menschen aus, die unser Programm nicht nur leben sondern auch mitgestalten und damit weiterentwickeln. 

Zusammenarbeit von Fischerei, PPP und Stiftung

Unterstützt wird unser Programm von lokalen Kooperationspartnern wie der Fischerei, die der größte lokalen Arbeitgeber ist, hier allen voran der Geschäftsführer Jaco van der Westhuisen. Weitere Unterstützung kommt von dem Komitee „Paternoster Peoples` Partnership“ (PPP), geleitet von der Unternehmerin und nebenberuflichen Sozialarbeiterin Sanita van der Merwe, die in der Vergangenheit vielfältige Aktivitäten und Weiterbildungen für kleine Gruppen von Kindern und Erwachsenen unermüdlich realisierte. Ihre Ideen und wertvollen Erfahrungen fließen in die Konzeption des Programms und werden weiterentwickelt. Gemeinsam gestalten wir das „Paternoster Volunteer Project“.

Der Leseklub – Symbiose von lokalen und deutschen Volontären

Lesen ist der Schlüssel für Bildung. Bildung wiederum ist die Voraussetzung für ein zukunftsorientiertes und erfolgreiches Leben. Daher ist die Förderung des Lesens ein bedeutender Auftrag unserer Stiftung, der auch in Paternoster konsequent umgesetzt wird. Denn leider ist Leseschwäche eines der Grundprobleme, das sich durch alle Altersklassen an der St. Augustine´s Primary School zieht. Und es gibt einige Kinder, die die Grundschule abschließen, ohne Lesen zu können.

Seit dem Einzug unserer Volontäre in Paternoster wird täglich in Englisch vorgelesen. Zudem wird Kindern, die lesen können, Raum und Zeit zum Selbstlesen geboten.

Mit der Gründung des Leseklubs „Paternoster Story Hook“ wird das Leseangebot durch Anfrikaans komplettiert. Für die Leitung des Leseklubs konnten wir die ortsansässige Journalistin Joan Kruger gewinnen. Sie koordiniert lokale und deutsche Lese-Volontäre. Vorgelesen wird seitdem in kleinen Gruppen und altersspezifisch in Africaans und Englisch.

Messbarer Erfolg

Durch regelmäßige Messungen des Leseverständnisses in Englisch und der Freizeitaktivitäten können wir belegen, dass die Kinder in Paternoster von unserem Programm profitieren.

Aber in gleichem Maße gewinnen unsere Volontäre an vielfältigen Erfahrungen für ihren zukünftigen Einsatz als Lehrer, Sozialarbeiter, Kindergärtner oder Mitarbeiter des Jugendamtes in Deutschland.

So besteht zum Beispiel die Möglichkeit für die Pädagogikstudenten, vormittags Englischunterricht in allen Klassenstufen zu halten oder Förderunterricht für matheschwache Kinder anzubieten.

Nächste Schritte

Ab April 2018 planen wir, südafrikanische Studenten in das Volontärsprogramm zu integrieren.

Aus diesem Grund initiiert die Stiftung die „1st Paternoster Project Conference“ im Oktober diesen Jahres, um gemeinsam mit den bestehenden Kooperationspartnern, Vertretern aus Politik und Kirche und Professoren der südafrikanischen Universität in Stellenbosch mögliche Einsatzgebiete für südafrikanische Studenten zu definieren und gemeinsam zu überlegen, welche Kompetenzen den Kindern vermittelt werden sollen, um zukünftig in Paternoster überleben zu können.

Das Projekt entwickelt sich weiter

Ein Jahr nach dem Start des Programms reisen die ersten Studenten der Dualen Hochschule Stuttgart nach Paternoster, um mit der Kompetenzvermittlung ganz früh im Leben der Kinder zu beginnen. Die Studenten werden im Kindergarten und der Vorschule am Vormittag vorlesen, die Kinder spielerisch fördern und die Pädagogen im Nachmittagsprogramm an der Grundschule unterstützen.

Zum ersten Mal wird es dank dieser Studenten einen Schwimmunterricht für die Schulkinder geben. Denn weder die Fischer, die täglich auf das Meer hinausfahren noch die Kinder haben bisher schwimmen gelernt.

Ein Schwimmbecken gibt es in Paternoster nicht. Zum Schwimmenlernen ist das Meer zu rau, ganzjährig zu kalt und das Wetter zu unbeständig. Deshalb suchen wir weltweit nach Sponsoren für den Bau eines Trainings-Schwimmbeckens in Paternoster.

Gemeinsam mit der Schulbehörde in Vredenburg suchen wir nach einer Lösung, wie das 20 km entfernte Schwimmbecken, das von zwei anderen Schulen genutzt wird, auch von uns vorübergehend genutzt werden könnte. 

Wir brauchen Unterstützung

Unsere Stiftung finanziert den Aufbau des Freiwilligenprogramms, die Reise der Volontäre nach Südafrika und ihren Aufenthalt dort. Für den Kauf von Büchern, Regalen, Sportgeräten- und Musikinstrumenten, Bastelartikeln etc. benötigen wir finanzielle Unterstützung. Helfen auch Sie, damit die Kinder in Paternoster nicht nur träumen, sondern ihre Träume auch verwirklichen können.

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